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Studie zur Innenstadtentwicklung in Weil am Rhein

Vor dem Hintergrund der geplanten Ansiedlung eines weiteren Einkaufcenters hat die Diskussion um die Entwicklung der Kernstadt Weil am Rhein im Bereich zwischen Friedensbrücke und Sparkasse / Bühlstraße in den vergangenen Jahren eine starke Dynamik erhalten. Im Mittelpunkt der Diskussion steht hierbei die Frage, wie die – grundsätzlich wünschenswerte – Steigerung der Einzelhandelsflächen mit einer qualitätvollen Entwicklung der Kernstadt vereinbart werden kann. Die siedlungswerkstatt hat 2013 hierzu auf Initiative einiger betroffener Einzelhändler eine Studie erstellt, welche im Rahmen mehrerer Vorträge vorgestellt wurde.

Ausgangssituation

Die Stadt Weil am Rhein weist im Kernbereich zwischen Kaufring und Sparkasse derzeit eklatante städtebauliche Mängel auf. Diese können in Verbindung mit der unbedachten Ansiedlung eines zusätzlichen Einkaufscenters an der Hangkante zu einer ungünstigen Entwicklung der Innenstadt führen. Hier gilt es, durch umsichtige und angemessene Maßnahmen die Attraktivität zu steigern und somit die (Über-) Lebensfähigkeit langfristig zu sichern.

Ziele

Zentrumsorientierung:
Flächen – auch die eines weiteren Einkaufscenters - müssen so nahe wie möglich ans Zentrum, um dieses als Einkaufs- und Aufenthaltsort attraktiver zu machen.


Verdichtung:
Die Kernstadt muss durch eine signifikante Nachverdichtung gestärkt werden. Gefordert ist ein Bekenntnis nicht "gegen ein Einkaufscenter" sondern "für die Kernstadt". Hierfür müssen bestehende Ressourcen konsequent genutzt werden


Steigerung der Aufenthaltsqualität:
Die Aufenthaltsqualität muss durch eine Reduktion des Autoverkehrs bis hin zur Ausbildung einer Fußgängerzone zwischen Leopoldstraße und Bühlstraße verbessert werden. Die Tramlinie 8 sollte folgerichtig bis zu einer Wendeschleife Sparkasse / Bühlstraße weitergeführt werden.

Neubau Center auf dem Areal Kaufring

Durch die unmittelbare Anbindung an die Innenstadt ist das Kaufring-Areal für die Ansiedlung eines neuen Centers – gerade gegenüber dem Grundstück Hangkante – eindeutig prädestiniert. Unabhängig von derzeitigen Eigentumsverhältnissen könnte durch planerische Maßnahmen der Stadt eine entsprechende Weichenstellung vorgenommen und ein Center mit bis zu 16.000 qm Verkaufsfläche vorgesehen werden. Ein Bürgersaal, welcher sich zum Rathausplatz orientiert, könnte in diesem Zug kostengünstig realisiert werden. Hierdurch würde der Komplex auch außerhalb der Ladenzeiten belebt und durch die Orientierung zum Rathausplatz hin ideal an den öffentlichen Stadtraum angebunden.

Bebauung Hangkante - Hotel mit Kongressbereich und Bahnhof

Ein Einkaufscenter an der Hangkante wird durch die fehlende Anbindung an die Innenstadt als „Kundenstaubsauger“ wirken und eine qualitätvolle Entwicklung der Innenstadt konterkarieren. Durch die hervorragende Verkehrsanbindung bietet sich für diese Lage z.B. eine Hotelnutzung mit Kongresseinrichtungen an, welche von der Stadtebene (Ebene 0) zugänglich wäre. Ein Reisezentrum / Bahnhof könnte im südlichen Kopfbereich zur Hauptstraße (Ebene -1) öffnen. Darunter finden im Parkdeck bis zu 600 Autos Platz. Dieses wird sich zu einem zentralen Verkehrsknoten in der Agglomeration Lörrach Basel Weil entwickeln.

Nachverdichtung Hauptstraße

Der Bereich Hauptstraße zwischen Hangkante und Bühlstraße stellt die einzig realistische Option für die Ausbildung eines Zentrums in Weil am Rhein dar. Hierfür muss durch eine bauliche Verdichtung zunächst die Erlebnis- und Aufenthaltsqualität deutlich gesteigert werden. Dies kann durch eine Aufstockung der denkmalgeschützten zweigeschossigen Ladenzeile nördlich der Hauptstraße sowie eine Umnutzung im südlichen Bereich zwischen Bonitas-Bau und Leopoldstraße erfolgen. Darüber hinaus sollte der Autoverkehr in diesem Bereich bis hin zur Ausbildung einer Fußgängerzone schrittweise reduziert werden.

Kaufhaus am Sparkassenplatz

Als Gegenpol zu den Einkaufscentern am westlichen Ende der Kernstadt bietet sich auf dem Platz westlich der Sparkasse ein viergeschossiges Gebäude mit Einzelhandel, Büros und Gastronomie an. Die derzeitige Nutzung mit ca. 25 Stellplätzen ist für die hochwertige Innenstadtlage unangemessen. Auf der Grundlage der bestehenden Tiefgarage könnte in bester Innenstadtlage ein viergeschossiges Gebäude mit einer Grundfläche von ca. 1.200 qm und einer Geschossfläche von ca. 4.000 qm entstehen. Der Standort wäre z.B. eine interessante Alternative für das Kaufring-Kaufhaus.

Verkehr

Die beschriebenen Maßnahmen müssen mit einem entsprechenden Verkehrskonzept flankiert werden.

Innerörtlich bietet sich eine Umlenkung des Durchgangsverkehrs auf der Hauptstraße über die Bühlstraße und B3 im Norden sowie über die Turmstraße und Zollfreie Straße im Süden an. Die geringfügige Verlängerung der Fahrzeit ist für eine Innenstadtumfahrung üblich und zumutbar.

 

Überörtlich stellt vor allem die Belastung durch den Durchgangsverkehr in Haltingen ein großes Problem dar. Dies könnte kurzfristig ohne Fahrzeitverlängerung durch eine Umlenkung des Durchgangsverkehrs vom Dreispitz über die Autobahn und die Palmrheinbrücke zurück auf die B3 gelöst werden.

 

Die Zufahrt zur Innenstadt erfolgt dann von Westen ins Parkdeck an der Hangkante und von Osten über die Bühlstraße zum Messeplatz. Dort können – neben den nun fertig gestellten oberirdischen Parkplätzen – zusätzlich ca. 100 öffentliche Parkplätze in einer Tiefgarage unter dem südwestlichen Baufeld E geschaffen werden.


 
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